Häufige Fragen

Service - Kalibrierung

Was ist der Unterschied zwischen einer DKD/DAkkS-Kalibrierung und einer Werkskalibrierung?

Bei einer DKD/DAkkS-Kalibrierung erhält der Kunde ein DKD/DAkkS-Zertifikat, bei der Werkskalibrierung ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 entsprechend DIN EN 10204. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Flyer „Kalibrierdienstleistungen“.

Was bedeutet Kalibrieren?

Kalibrieren in der Messtechnik bedeutet, die Messabweichungen am vollständigen Messgerät
festzustellen. Beim Kalibrieren erfolgt kein technischer Eingriff am Messgerät wie z. B. Nullpunktsabgleich, Spanne und Linearität einstellen etc. Bei anzeigenden Messgeräten wird durch das Kalibrieren die Messabweichung zwischen Anzeige und dem als richtig geltenden Wert der Messgröße festgestellt. Bei Maßverkörperungen, z. B. Massen, wird die Messabweichung zwischen der Aufschrift und dem richtigen Wert bestimmt. Bei Messketten stellt man die Messabweichung zwischen dem Wert des Ausgangssignales und dem Wert, den dieses Signal bei idealem Übertragungsverhalten und vorgegebenem Eingangswert haben müsste, fest.

Was bedeutet Justieren?

Justieren bedeutet, ein Messgerät (auch eine Maßverkörperung) so einzustellen oder abzugleichen, dass die Messabweichungen möglichst klein werden oder dass die Beträge der Messabweichungen die Fehlergrenzen nicht überschreiten. Das Justieren erfordert also einen Eingriff, der das Messgerät oder die Maßverkörperung meistens bleibend verändert, z. B. den Zeiger neu zu positionieren oder ein neues Zifferblatt aufzubringen.

Was bedeutet Eichen?

Das Eichen eines Messgerätes (auch einer Maßverkörperung) umfasst die von der zuständigen Eichbehörde nach den Eichvorschriften vorzunehmenden Prüfungen und die Stempelung. Durch die Prüfung wird festgestellt, ob das vorgelegte Messgerät den Eichvorschriften entspricht, d. h. ob es den an seine Beschaffenheit und seine messtechnischen Eigenschaften zu stellenden Anforderungen genügt, insbesondere ob die Beträge der Messabweichungen die Fehlergrenze(n) nicht überschreiten. Durch die Stempelung wird beurkundet, dass das Messgerät zum Zeitpunkt der Prüfung diesen Anforderungen genügt hat und das aufgrund seiner Beschaffenheit zu erwarten ist, dass es bei einer Handhabung entsprechend den Regeln der Technik innerhalb der Nacheichfrist in dem angegebenen Toleranzbereich bleibt. Welche Messgeräte der Eichpflicht unterliegen und welche davon befreit sind, ist gesetzlich geregelt.

Für welchen max. Druck ist das WIKA-DAkkS-Labor zertifiziert?

8.000 bar

Wie viele Kalibrierpunkte sind mindestens im Kalibrierprotokoll (DKD/DAkkS-Zertifikat) für Druck enthalten?

Im Kalibrierprotokoll sind folgende Kalibrierpunkte enthalten:
- bei Druckmessgeräten mit einer Genauigkeitsklasse von ≤ 0,6% mind. 9 Punkte
- bei Druckmessgeräten mit einer Genauigkeitsklasse von > 0,6% mind. 5 Punkte

Wie häufig bzw. nach welchem Zeitraum ist eine Rekalibrierung erforderlich?

Eine Rekalibrierung ist nach folgenden Zeiten erforderlich:
- bei Druckmessgeräten mit einer Genauigkeitsklasse von ≤ 0,6% jährlich
- bei Druckmessgeräten mit einer Genauigkeitsklasse von > 0,6% alle 2 Jahre
- bei Druckwaagen alle 5 Jahre

Für welche Druck- und Temperaturbereiche sind die Kalibrierlaboratorien akkreditiert?

Druck:
Positiver und negativer Überdruck: -1 … +8.000 bar
Absolutdruck: 0 ... 8.001 bar
Differenzdruck: 0 … 10 bar bei 250 bar stat. Druck

Temperatur:  -196 ... +1.200 °C

Was ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)?

Die PTB, Braunschweig und Berlin, ist das metrologische Staatsinstitut und die oberste technische Behörde Deutschlands für das Messwesen. Es bewahrt und entwickelt die Nationalen Normale zur Darstellung der SI-Einheiten und stellt die Vergleichbarkeit im internationalen Rahmen durch Zusammenarbeit mit anderen Staatsinstituten sicher.

Was ist der Deutsche Kalibrierdienst (DKD)?

Nach dem Einheiten- und Zeitgesetz (EinhZeitG) ist die PTB für die Sicherung der Einheitlichkeit im Messwesen zuständig. Dazu gehört insbesondere die Weitergabe der Maßeinheiten im Sinne der messtechnischen Rückführung. Bei der Weitergabe der Einheiten bedient sich die PTB vorrangig akkreditierter Kalibrierlaboratorien. Zur Förderung der Einheitlichkeit im Messwesen und mit dem Ziel einer ergänzenden fachlichen Unterstützung wurde bei der PTB am 3. Mai 2011 ein Gremium zur Erarbeitung von messtechnischen Grundlagen für Kalibrierungen eingesetzt, bei dem die PTB und akkreditierte Kalibrierlaboratorien eng zusammenarbeiten.

Dieses Gremium trägt die Bezeichnung „Deutscher Kalibrierdienst (DKD)“ und steht unter der Leitung der PTB.


Woran erkennt man eine akkreditierte Stelle?

Alle durch die DAkkS akkreditierten Stellen können ihren Status durch eine Akkreditierungsurkunde nachweisen. Im hoheitlichen Bereich ist die Urkunde mit dem Bundesadler versehen. Auf Prüfberichten oder Zertifikaten dürfen die Stellen ihren akkreditierten Status zudem durch die Verwendung des DAkkS-Akkreditierungssymbols signalisieren und so die hohe Qualität ihrer Bewertungsleistungen dokumentieren. Das Symbol besteht aus dem geschützten Zeichen der DAkkS und einer eindeutigen Registrierungsnummer. Eine Datenbank aller akkreditierten Stellen stellt die DAkkS auf ihrer Website (www.dakks.de) bereit.

Welche Vorteile bieten Akkreditierungen?

Für das Unternehmen fördern Akkreditierungen die internationale Vergleichbarkeit und Anerkennung von Zertifikaten oder Prüfberichten. Diese Transparenz erleichtert den Unternehmen den Zugang zu nationalen und internationalen Märkten. Des Weiteren ist der Nachweis der Akkreditierung oftmals Voraussetzung bestimmter Normen „potenzieller Kunden“. Erst die Akkreditierung macht die Geschäftsbeziehung hier möglich. Der Verbraucher kann sich auf die Daten im Kalibrierschein verlassen. Zudem weiß er, dass je nach entsprechenden Angaben auch Normen, Vorschriften und internationale Empfehlungen gewährleistet sind (Konformitätsaussage). Schließlich kann er sicher sein, dass der DKD/ DAkkS-Zertifikat international in weiten Grenzen anerkannt ist.

Warum sollen Geräte kalibriert werden?

Um die gleichbleibende Qualität der erzeugten Produkte sicherzustellen, gilt seit Jahren das Qualitätsmanagementsystem nach der Normenfamilie DIN EN ISO 9000 und ist bei vielen Unternehmen unverzichtbar. Diese Norm fordert, alle qualitätsrelevanten Eigenschaften eines Produktes zu prüfen und dabei regelmäßig rückführbar kalibrierte Prüfmittel einzusetzen. Durch die Kalibrierung wird erreicht, dass die Messergebnisse international vergleichbar sind und Produkthaftungsrisiken klein bleiben - eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten von Morgen.

Was ist eine Akkreditierung?

Das Vertrauen in Kalibrierungen steht und fällt mit der Kompetenz desjenigen, der die Bewertungsleistung erbringt. Viele dieser sogenannten Konformitätsbewertungsstellen belegen die Qualität ihrer eigenen Arbeit daher durch eine Akkreditierung. In diesem Verfahren weisen sie gegenüber einer unabhängigen Akkreditierungsstelle nach, dass sie ihre Tätigkeiten fachlich kompetent, unter Beachtung gesetzlicher sowie normativer Anforderungen und auf international vergleichbarem Niveau erbringen. In Deutschland fungiert einzig die DAkkS als nationale Akkreditierungsstelle.


Was ist ein Normal?

Normal (VIM): „Maßverkörperung, Messgerät, Referenzmaterial oder Messeinrichtung zum Zweck, eine Einheit oder einen oder mehrere Größenwerte festzulegen, zu verkörpern, zu bewahren oder zu reproduzieren.“

Was ist ein nationales Normal?

Ein Normal, das in einem Land durch nationalen Beschluss als Basis zur Festlegung der Werte aller anderen Normale der betreffenden Größe (SI-Einheit) anerkannt ist.

Was ist ein Bezugsnormal?

Normal, im Allgemeinen von der höchsten verfügbaren Genauigkeit an einem betrachteten Ort oder bei einer Organisation, von dem dort Messungen abgeleitet werden.

Was ist ein Gebrauchsnormal?

Normal, das routinemäßig benutzt wird, um Maßverkörperungen, Messgeräte oder
Referenzmaterialien zu kalibrieren oder zu prüfen.
- ein Gebrauchsnormal wird üblicherweise mit Hilfe eines Bezugsnormals kalibriert.
- ein Gebrauchsnormal, das routinemäßig dazu benutzt wird, um die richtige Durchführung
von Messungen zu gewährleisten, wird Prüfnormal genannt.

Wie wird ein Kalibrierintervall bestimmt?

Um dauerhaft richtige Messungen durchführen zu können, müssen die verwendeten Prüfmittel in regelmäßigen Abständen überwacht bzw. kalibriert werden. Dieser Zeitraum entspricht dem Kalibrierintervall. Der Anwender eines Kalibriergegenstandes ist für die Festlegung des genauen Kalibrierintervalls selbst verantwortlich. Es gibt jedoch viele verschiedene Faktoren, die die Bestimmung des Kalibrierintervalls beeinflussen. Das sind z. B. geforderte Messunsicherheiten, Festlegungen von Normen und Richtlinien, Einsatzbedingungen des Prüfmittels, Häufigkeit des Einsatzes, Folgekosten bei Messungen mit fehlerhaftem Gerät und die Empfehlung des Herstellers.

Für welche elektrischen Messgrößen sind die Kalibrierlaboratorien akkreditiert?

Gleichstromstärke: 0 mA … 100 mA
Gleichspannung: 0 V … 100 V
Gleichstromwiderstand: 0 Ω … 10 kΩ

Für welche Druckbereiche ist der Mobile Service akkreditiert?

Vor-Ort-Kalibrierung:
Relativdruck:  -1 bar … 8.000 bar
Absolutdruck:  0 bar … 8.001 bar

Kalibriermobile:
Relativdruck:  -1 bar … 4.000 bar
Absolutdruck:  0 bar … 60 bar


Kann ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1/Werkskalibrierschein zur Rückführung verwendet werden?

Nein, ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1/Werkskalibrierschein dient lediglich der Auflistung einzelner Messwerte und kann nicht zur Rückführung verwendet werden. Die Aussage, das Abnahmeprüfzeugnis 3.1/der Werkskalibrierschein dokumentiere die Rückführung, ist nur zulässig, wenn:

  • die verwendeten Bezugsnormale rückgeführt sind und
  • ein in einem normativen Dokument beschriebenes oder akkreditiertes Kalibrierverfahren (validiertes Verfahren) exakt angewandt wurde.

Dies wird aus Kostengründen jedoch häufig nur in reduzierter Form angewandt. Abnahmeprüfzeugnisse 3.1/Werkskalibrierscheine akkreditierter Prüf – und Kalibrierlaboratorien sind wie Kalibrierscheine von nicht akkreditierten Institutionen zu behandeln.